Niemand bleibt alleine! Solidarisch gegen Repression!

Kundgebung: Am Amtsgericht Fulda (Königstr. 38), 2. November 2021, ab 9 Uhr
Zugtreffpunkt: 7:15 Uhr, Frankfurt Hbf, Gl. 6
Am Dienstag, dem 2. November 2021, steht ein Antifaschist in Fulda vor Gericht – damit findet bereits der dritte Prozess wegen desselben Vorfalls statt.
Anfang Dezember 2020 fand vor dem Fuldaer Amtsgericht eine Verhandlung gegen einen Antifaschisten wegen vermeintlicher Beleidigung von zwei Polizeibeamten statt. Der Angeklagte verschaffte sich auf einer Gedenkdemonstration für den am 13. April 2018 durch die Schüsse eines Polizisten getöteten Refugees Matiullah J. Gehör, indem er eine rassismus- und polizeikritische Parole skandierte. 
Dabei ist es kein Zufall, dass besagte Parole von der Fuldaer Justiz völlig falsch wiedergegeben wird, sondern auch eine übertriebene Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 25 Euro gefordert wird. Zwar wurde der angeklagte  Genosse auf selbiger Verhandlung freigesprochen, der anwesende Staatsanwalt plädierte jedoch für eine Revision des Verfahrens, sodass ein Revisionsprozess beim Oberlandesgericht Frankfurt angebahnt wurde. Hatte der angeklagte Genosse hier noch mit liberaleren Justizbeamt*innen gerechnet, so wurde er herbe enttäuscht. 
Staatsanwalt und Richter befanden, dass das Amtsgericht Fulda zum ersten, die gerufene Parole nicht vollständig ermittelt und zum zweiten, eine mögliche Anstiftung zu einer Straftat durch den Angeklagten nicht richtig ermittelt hätten. Den Höhepunkt bildete die Aussage des Richters, als das Gericht sich zurückziehen wollte. Dieses hätte sich nämlich schon vorberaten, das Urteil schien schon vor der Verhandlung  gefällt worden zu sein. 
Die fortschreitende Kriminalisierung von antifaschistischem Engagement nimmt für uns unerträgliche Züge an. Auch in Fulda wurden im Zuge des Falls Matiullah mehrere Personen von den Behörden belangt. Mehrere Aktivist*innen sind angezeigt worden und es fand eine politisch motivierte Hausdurchsuchung bei einem linken Journalisten statt. Wir sagen Schluss damit! Und rufen dazu auf, am 2. November zum Amtsgericht Fulda, Königsstraße 38, zu kommen! Beginn der Verhandlung ist 9:45 Uhr.
Wir lassen uns nicht kriminalisieren! Antifaschistische Arbeit ist kein Verbrechen!

Für einen nazifreien Campus kämpfen! Unser Redebeitrag auf der Kundgebung vom 28. Oktober 2021

Am 28. Oktober 2021 waren wir mit etwa 450 Leuten an der Goethe-Universität, um eine Kundgebung gegen die Präsenz von Nazis auf dem Campus abzuhalten. So hat Franco Albrecht, Jura-Student an der Goethe-Uni, sich als syrischer Geflüchteter ausgegeben und Terroranschläge geplant. Die Universität zieht bislang keinerlei Konsequenzen. Deshalb waren wir heute auf dem Campus, um unserer Wut Ausdruck zu verleihen und das Nichtstun der Unileitung zu kritisieren!

Verschiedene Gruppen haben Redebeiträge gehalten, in denen sich mit faschistischen Strukturen, Antifeminismus und dem Umgang der Universität mit offen rechten Strukturen auseinandergesetzt wurde. Beendet haben wir die Kundgebung mit einer kleinen Demonstration zum Universitäts-Präsidium, um noch einmal laut unsere Forderungen zu formulieren.

Leider hat die Universität die verschiedenen Presse-Teams, die für diese Kundgebung angereist waren, durch Securitykräfte am FIlmen und Berichten gehindert. Mit der Verteidigung der Meinungsfreiheit, womit sich die Universität rühmt, ist das für uns nicht vereinbar.

Hier unser Redebeitrag von der Kundgebung:

Ein nazifreier Campus entsteht nicht von selbst! In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten versuchte die extreme Rechte immer wieder, an deutschen Universitäten Fuß zu fassen. Für extrem rechte Burschenschaften aus dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft sind Universitäten schon immer ideologisches Kampffeld und Rekrutierungsbecken für Nachwuchs gewesen. Die Mitglieder der selbsternannten burschenschaftlichen Elite sind an Universitäten selbst Studierende, organisieren sich und ihre Burschenschaft dort zum Teil als Hochschulgruppe und nutzen die Universität als Raum zur Verbreitung ihrer extrem rechten Agenda. 
Auch die parlamentarische extreme Rechte versuchte mit der politischen Hochschulgruppe Campus Alternative in zahlreichen deutschen Universitätsstädten, Fuß zu fassen. So war die Campus Alternative zeitweise in Bayreuth, Augsburg, Würzburg, Passau, München, Düsseldorf, Halle, Magdeburg, Mittweida, Göttingen, Kiel, Berlin, Münster, Paderborn, Erfurt, Jena, Kassel, der Fern-universität Hagen und auch in Frankfurt aktiv. An den dortigen Universitäten sammelten sich dann AktivistInnen der Identitären Bewegung, extrem rechte Burschenschafter und, neben weiterem Parteinachwuchs der AfD, auch sämtliche weitere Akteur*innen der extremen Rechten in der Campus Alternative. 
Doch in all den genannten Städten scheiterten sie früher oder später auf Grund von Protesten auf Studierendenseite oder durch ihre eigene Untätigkeit. Neuestes Projekt der extremen Rechten: Die sogenannte Gegenuni. Ein Onlineprojekt, welches Vorträge, Kurse und Skripte über das Internet anbieten will und dabei Neurechten eine Plattform bieten und ihren politischen Ansichten einen wissenschaftlichen Anspruch verleihen soll. Anstatt an existierenden Unis Einfluss zu gewinnen will das Projekt dabei mehr eine eigene Plattform mit universitären Strukturen sein.
Der Versuch, eigene Strukturen aufzubauen, dürfte eine Reaktion auf den Druck durch Proteste von Studierendenseite sein, welcher der extremen Rechten bei öffentlichem Auftreten an den Universitäten entgegenschlägt. Nichtsdestotrotz gilt es auch hier, wachsam zu bleiben: Das Projekt ist eine Plattform zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie und nach Eigenaussage soll auch die Goethe-Universität eines der kommenden Betätigungsfelder sein. Dies bietet sich wohl an, der Geschäftssitz der Gegenuni liegt bzw. lag in Frankfurt.
Was all den eben aufgezählten unterschiedlichen AkteurInnen oder Initiativen gemein ist, ist ihre Ablehnung gegenüber einer, ihrer Meinung nach, in der Gesellschaft und vor allem an Universitäten verankerten angeblichen „Gesinnungsdiktatur“. Ihnen gemein ist auch ihr Antifeminismus, ihr Rassismus, ihr Antisemitismus, ihr Hass auf marginalisierte Gruppen und in ihren Augen normabweichenden Personen. Ziele der extremen Rechten sind durch ihr Wirken immer ein geplanter Raumgewinn von Rechtsaußen, eine Verschiebung des Hochschuldiskurses nach rechts und eine Legitimation extrem rechter Positionen durch den Auftritt ihrer Vertreter*innen an der Universität. Durch ihre Präsenz im universitären Raum wollen sie marginalisierte Personen und den politischen Feind einschüchtern, wollen ein Klima der Angst schüren, wollen diskrimnieren können.
Der Umgang der Universitätsleitungen mit den extrem rechten AkteurInnen und Initiativen lässt dabei allerdings oft zu wünschen übrig. Es wird sich hinter falschen Pluralismusvorstellungen — hinter einem „das muss eine Demokratie aushalten können“ — versteckt. Universitäre Leitlinien, die die Universitäten klar gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus positionieren, werden dann bereitwillig ignoriert und sind das Papier nicht wert auf dem sie festgeschrieben sind. 
Einziger wirksamer Weg ist und bleibt daher gesellschaftlicher Protest. Doch auch hier heißt es, nach Erfolgen wachsam zu bleiben. Erfahrungen mit der extremen Rechten zeigen eines: verschwinden AkteurInnen, Initiativen und Gruppen nach gesellschaftlicher Beobachtung durch antifaschistische Interventionen und erfolgreichen Protest kurzzeitig von der Bildfläche, so tauchen sie früher oder später wieder unter neuem unverbrauchtem Label auf. Ihre Positionen verändern sich dabei nicht.
Es gilt also, wachsam zu bleiben, den Rechten keinen Raum und keinen Meter zu geben und ihnen breiten Protest entgegenzustellen. Und auch ihr tragt dazu bei, einer Normalisierung rechter AkteurInnen an Universitäten entgegenzuwirken! 
Stellen wir uns Nazis gemeinsam entschlossen entgegen: Im Alltag, auf der Straße, in der Schule, im Betrieb und nicht zuletzt in der Uni! Kämpfen wir für einen nazifreien Campus!

Schöner studieren ohne Nazis! Kundgebung am Uni-Campus am 28. Oktober

Kundgebung am Hörsaalzentrum auf dem IG Farben Campus der Goethe-Uni: Donnerstag, 28.10.2021, 11:30 Uhr

In der vergangenen Woche standen wir, gemeinsam mit anderen antifaschistischen Gruppen, auf dem IG Farben Campus, um über das Treiben von Nazis an der Uni zu informieren. Konkret geht es dabei vor allem um den Nazi-Soldaten Franco Albrecht, der an der Goethe-Uni Jura studiert. Abrecht war Mitglied in der neonazistischen „Nordkreuz“-Chatgruppe, gab sich als syrischer Geflüchteter aus und plante Terroranschläge. Derzeit läuft der Prozess gegen ihn. Beweise für das neonazistische Weltbild des Offenbachers gibt es allerdings schon zuhauf, darunter seine als rechtsextrem eingestufte Masterarbeit.

Am kommenden Donnerstag wollen wir ein Zeichen gegen Nazis an der Uni setzen. Wir fordern die Uni-Leitung auf, die Bedrohung, die von Albrecht ausgeht, ernstzunehmen und Schutzkonzepte gegen rechten Terror an der Uni zu entwickeln. Faschisten gilt es konsequent entgegenzutreten – solidarisch und überall, wo sie auftauchen. Wir werdne ihnen die Straßen, Schulen, Betriebe und Universitäten niemals überlassen.

Aus Frankfurt nach Stuttgart: Gemeinsam zur Demo am 23.10.!

Am Samstag, den 23.10., findet um 16 Uhr in Stuttgart die Demonstration FREIHEIT FÜR ALLE ANTIFAS! – LINKE POLITIK VERTEIDIGEN statt.
Zugtreffpunkt: 12 Uhr, Frankfurt Hbf, Gl. 17 (Abfahrt des Zuges: 12:12 Uhr)
Vergangene Woche sind unsere Stuttgarter Genossen Jo und Dy, denen die Beteiligung an einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit Faschisten vorgeworfen wird, nach einem sechsmonatigen Prozess zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Findus, ein weiterer Genosse aus Stuttgart, hat seine Haftstrafe bereits angetreten.
In Leipzig läuft seit dem vergangenen Jahr ein medial groß inszeniertes Verfahren gegen mehrere Antifaschist*innen, weil sie gezielte Aktionen gegen die militante Naziszene durchgeführt haben sollen. Lina, eine der Angeklagten, sitzt seit November 2020 in Untersuchungshaft.
An den Angeklagten werden Exempel statuiert in dem Versuch, eine ganze politische Bewegung zu treffen und unter Druck zu setzen. Diese Angriffe sind ein Schlag gegen uns alle, die sich in linken Strukturen organisieren, in das gesellschaftliche Geschehen eingreifen und auf soziale Missstände reagieren!
Lasst uns mit den Angeklagten solidarisieren und am 23.10. gemeinsam gegen die Repressionsschläge und Kriminalisierungsversuche von Antifaschist*innen und ihre Strukturen auf die Straße gehen!

Kundgebung gegen Antisemitismus, Rassismus und rechten Terror

Am heutigen Abend beteiligten sich etwa 200 Menschen an der Kundgebung anlässlich des zweiten Jahrestags des Anschlags von Halle. Gemeinsam gedachten wir der Ermordeten Jana L. und Kevin S. Neben einem Grußwort der Initiative 9. Oktober Halle forderten auch die anderen Redebeiträge ein energisches Eintreten gegen Antisemitismus und Rassismus. Trotz zahlreicher Beteuerungen nach dem Anschlag von Halle sind Antisemitismus, Rassismus und rechte Gewalt nach wie vor Alltag; Jüd*innen, migrantisierte Menschen und alle, die nicht in das Weltbild der rechten Täter passen, sind Bedrohungen und Gewalt ausgesetzt. Darum müssen wir Solidarität organisieren: Gegen rechte Gewalt, immer und überall!

Danke an alle, die da waren!

Rechten Terror stoppen! Kundgebung am 2. Jahrestag des Anschlags von Halle

9. Oktober 2021 | 20 Uhr | Hauptwache

Am 9. Oktober 2021 jährt sich der antisemitisch und rassistisch motivierte Anschlag von Halle zum zweiten Mal. Anlässlich dieses Jahrestags rufen wir am Abend des 9. Oktober ab 20 Uhr an der Hauptwache zu einer Kundgebung auf, um den Ermordeten Jana L. und Kevin S. zu gedenken und ihren Angehörigen sowie den Überlebenden und allen Betroffenen von Antisemitismus und Rassismus unsere Solidarität auszudrücken.

Der Anschlag von Halle zeigt ebenso wie der Anschlag von Hanau, dass Antisemitismus und Rassismus töten. Am 9. Oktober 2021 entging die jüdische Gemeinde in Halle, in deren Synagoge sich an Jom Kippur 52 Menschen eingefunden hatten, nur knapp einem Blutbad. Es waren nicht etwa die deutschen Sicherheitsbehörden, sondern der Selbstschutz der jüdischen Gemeinde in Gestalt einer massiven Holztür, der dafür sorgte, dass der Täter sein eigentliches Ziel nicht erreichen konnte. Dieser ermordete in der Folge die zufällige Passantin Jana L. sowie Kevin S., der Gast des kurdischen Imbisses „Kiez Döner“ war. Der Täter streamte seinen Anschlag live und bewegte sich online in einem Netzwerk von Neonazis, das sich, geeint durch Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus und Hass auf Linke, zu Gewalttaten anstachelt. Er mag allein gehandelt haben – ein Einzeltäter war er nicht. Rechter Terror ist in Deutschland noch immer grausame Tradition. Zwei Jahre nach den Anschlag von Halle zeigt sich, wie folgenlos die Beteuerungen staatlicher Politik zum Kampf gegen Antisemitismus waren: Insbesondere aufgrund der Proteste von Corona-Leugner*innen war Antisemitismus auf deutschen Straßen in den letzten beiden Jahren durchaus präsent. So müssen wir annehmen, dass auch der Corona-leugnende Mörder von Alex W. aus Idar-Oberstein Anhänger antisemitischer Verschwörungsideologien gewesen ist.

Am Jahrestag wollen wir der Ermordeten gedenken und Solidarität zeigen: Gegenüber den Familien und Freund*innen von Jana L. und Kevin S., gegenüber den Überlebenden und den Angehörigen der jüdischen Gemeinden in Halle und anderswo. Wir wollen gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus in unserer Gesellschaft setzen.

Bitte bringt Blumen und Kerzen mit.

In Gedenken an Alex. Mahnwache anlässlich des rechten Mordes in Idar-Oberstein

Mahnwache anlässlich des rechten Mordes in Idar-Oberstein
Samstag | 25.9.2021 | 16:30 Uhr | Hauptwache
Wir trauern um Alexander W. Der 20-Jährige wurde am vergangenen Samstag in Idar-Oberstein von einem Maskenverweigerer erschossen. Der Täter war bei der Bundeswehr, hatte mehrere illegale Waffen zuhause und teilte in sozialen Netzwerken extrem rechte Inhalte. Alexander W. hatte seinen späteren Mörder aufgefordert, eine Mund-Nasen-Bedeckung aufzusetzen.
Am Samstag wollen wir gemeinsam Alexander W. gedenken. Wir sind in Gedanken bei seiner Familie, seinen Freund*innen und Kolleg*innen. Wir stellen uns gegen die Normalisierung von Verschwörungsdenken und rechter Gewalt durch Corona-Leugner*innen. Wir erinnern an die Todesopfer rechter Gewalt und kämpfen dafür, dass diese Gewalt ein Ende hat.
Bitte bringt Blumen und Kerzen mit.

Von Frankfurt nach Leipzig: Wir sind alle Linx!

Am 18. September 2021 findet in Leipzig die bundesweite Demonstration “Wir sind alle Antifaschist:innen. Wir sind alle Linx.” statt. Tickets für die gemeinsame Busanreise aus Frankfurt können ab sofort an folgenden Stellen erworben werden:

Die Tickets kosten 20 € (ermäßigter Preis), 30 € (Normalpreis) oder 40 € (Soli-Preis). Wenn ihr es euch finanziell leisten könnt, zahlt bitte den Soli-Preis – ihr ermöglicht damit ermäßigte Tickets. Falls ihr euch auch den ermäßigten Preis nicht leisten könnt, meldet euch bei uns, wir finden eine Lösung.

Bitte beachtet: Die Corona-Inzidenzen steigen derzeit. Wir erwarten daher, dass alle Mitfahrenden vorher einen Corona-Schnelltest machen oder einen vollständigen Immunschutz aufweisen. Selbstverständlich ist es darüber hinaus notwendig, im Bus einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bringt euch davon daher unbedingt mehrere zum Wechseln mit!

Soli-Waffeln, -Shirts und Bustickets!

Am kommenden Samstag, dem 11.09., gibt es im Centro Rödelheim ab 15 Uhr Waffeln, Getränke und jede Menge schicken Soli-Stuff – z.B. diverse Shirts, (Turn)Beutel und Sticker. Außerdem wird es die Möglichkeit geben, Bustickets für die gemeinsame Anreise zur „Wir sind alle Linx“-Demo in Leipzig am 18.09. zu erwerben! Wir freuen uns auf euch!

Die Bustickets kosten 20€ (ermäßigt) / 30€ (Normalpreis) / 40€ (Soli-Preis). Wenn ihr es euch finanziell leisten könnt, zahlt bitte den Soli-Preis – ihr ermöglicht damit ermäßigte Tickets. Falls ihr euch auch den ermäßigten Preis nicht leisten könnt, meldet euch bei uns, wir finden eine Lösung.

Rechter Terror tötet! Bericht von der Kundgebung am 22.7.

Am 22. Juli 2011 ermordete ein Rechtsterrorist auf der Insel Utøya in Norwegen 77 vor allem junge Menschen. Fünf Jahre später am selben Tag nahm sich der Attentäter von München eben jenen Anschlag in Utøya zum Vorbild und ermordete neun Menschen aus rassistischen Gründen. Zum 10. Jahrestag von Utøya und zum 5. Jahrestag von München veranstalteten wir zusammen mit den Frankfurter Falken und einigen anderen antifaschistischen, feministischen und linken Gruppen in Frankfurt an der Hauptwache eine Gedenkkundgebung.

Wir begannen die Kundgebung mit dem Verlesen der Namen der 77 Ermordeten auf Utøya und der 9 Ermordeten in München, um ihnen anschließend in einer Schweigeminute zu gedenken. Nach der Eröffnung trugen wir einen Kommentar von Astrid Hoem aus Norwegen vor, die selbst den Anschlag vom 22. Juli überlebt hat und heute Leiterin von AUF ist – eben jener Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, welcher der Anschlag galt. Darin betonte sie die Pflicht nicht länger zu Schweigen und die Stimme zu erheben gegen Rassismus, Faschismus und Hass. Anschließend spielten wir eine Rede der Initiative 19. Februar Hanau ab, die wir als Aufzeichnung übermittelt bekommen haben. Weitere Reden steuerten die Falken, die Interventionistische Linke, die Kampagne Kein Einzelfall, der Förderverein Roma, das Junge-Forum – Deutsch-Israelische Gesellschaft und eine feministische Gruppe aus Frankfurt bei.

In den Reden wurde vor allem deutlich gemacht, dass es sich mit dem Attentat aus Utøya um eine neue Form rechten Terrors handelte, der zwar scheinbar alleine ausgeführt wird, jedoch mit nichten ein Einzeltäter darstellt, wie es die Polizei gerne behauptet. Die Terroristen sind im Internet bestens vernetzt und bekommen dort von Gleichgesinnten ideologische, sowie tatkräftige Unterstützung. Außerdem wurde immer wieder betont, dass rechte Ideologie zumeist Rassismus, Antisemitismus und Misogynie vereint – Idelogien, die von klassischen Neonazis bis hinein in das konservative Lager reichen. Betroffene sind somit vor allem People of Colour, Jüd*innen und Frauen* sowie queere Menschen. Darüber hinaus wurde der Kampf für eine bessere und solidarische Gesellschaft ohne Kapitalismus, Rassimsus und Patriarchat betont, der notwendig ist, um den rechten Terror langfristig zu besiegen.

Auch ein Anstieg an Repressionen durch Polizei und NationalistInnen für Rom*nja wurde themsatisiert und auf die europaweiten Kämpfe dagegen aufmerksam gemacht. Auslöser dessen war die brutale Tötung des 46-jährigen Rom Stanislav Tomáš durch die tschechische Polizei. Es ist notwendig, Antiromaismus entschieden zu bekämpfen, als Antifaschist*innen müssen wir an der Seite der Betroffenen stehen! Zuletzt wurde noch ein Grußwort der Kampagne Antifaschismus bleibt notwendig aus Stuttgart verlesen, in dem auf die massive Repression eingegangen wurde, die Antifaschist*innen wie Lina, Findus, Dy und Jo für ihr Engagement gegen Fachismus erfahren.

Nachdem die Redebeiträge zu Ende waren, liefen wir noch von der Hauptwache mit einem Zug von etwa 120 Teilnehmer*innen zur Gedenkstätte der ermordeten des Nazifaschismus, um dort 86 Rosen für die Ermordeten der Anschläge von Utøya, Oslo und München niederzulegen und eine Schweigeminute für alle Opfer des Faschismus zu halten. Die Toten werden nicht vergessen! Den Tätern und den Umständen, die sie immer wieder hervorbringen, gilt unsere Wut und unser entschiedener Kampf.

Für eine Welt, in der der rechte Terror ein für alle mal auf den Müllhaufen der Geschichte verbannt wird. Alerta Antifachista!