Feminismus statt Vaterland – Demo am achten März!

**english call below**

Die Welt brennt und uns ist kalt. 
Männlichkeit soll wieder stark gemacht werden: Als autoritäre Staatsoberhäupter, steinharte Soldaten oder eiskalte Highperformer. „We live in a new world of great powers“, so eröffnete Merz dieses Jahr seine Rede beim WEF, und Deutschland mustert Männer(körper) wieder verpflichtend auf ihre Kampffähigkeit. Mit der Kriegstüchtigkeit einher geht ein Appell an die sogenannte traditionelle Geschlechterordnung: Männer produzieren und kämpfen, Frauen reproduzieren und pflegen. Die Instrumentalisierung gebärfähiger Körper gipfelt dann in Aufrufen zur biologischen „Wiederaufrüstung“, wenn Macron gebährfähige Menschen ganz unverhohlen per Brief dazu animieren will, Kinder zu bekommen. Begründet wird dies mit den vermeintlich alternativlosen Regeln des Krieges und der angeblich „natürlichen“, patriarchal-nationalen Ordnung des Kapitalismus. 

Neben Frauen bekommen das insbesondere queere Menschen zu spüren, deren Existenz sich nicht in eine binäre Weltsicht pressen lässt. Die Sichtbarkeit queerer Lebensweisen wird durch das Zurückdrängen queerer Bildungsarbeit bedroht, die mühsam erkämpften rechtlichen Fortschritte angegriffen und die Gewalt gegen queere Menschen nimmt weltweit immer mehr zu. Besonders deutlich zeigt sich das in den rechtsextremen Angriffen auf CSDs seit 2024. 

Antifeminismus und Queerfeindlichkeit sind zentrale Ideologieelemente der globalen Rechten: 
Das Ideal sind harte heterosexuelle Männer, denen Frauen sich als „Tradwives“ fügen und unterordnen sollen. Feministische Errungenschaften wie halbwegs liberale Abtreibungsrechte, das Selbstbestimmungsgesetz oder die Idee fair verteilter Carearbeit werden von den USA über Ungarn bis Deutschland, von religiösen Netzwerken bis Jugendkulturen, von AfD über CDU bis SPD ins Wanken gebracht. Eine weitere Errungenschaft ist der bessere Schutz vor patriarchaler Gewalt, den Generationen von Feminist*innen zum Beispiel in Form von autonomen Frauenhäusern und Beratungsstellen oder Gesetzen gegen sexualisierte Gewalt erkämpft haben. Dass dieser leider immer noch völlig unzureichend ist, weil patriarchale Machtstrukturen vor allem Täter schützen, wird deutlich, wenn fast jede zweite Frau in ihrem Leben psychische Gewalt in einer (Ex-)Partnerschaft erlebt, migrantisierte Menschen und die LGBTQIA+-Community besonders stark von Gewalt betroffen ist und 90 Prozent der Gewalttaten im Dunkelfeld verbleibt. Anstatt Gewaltschutz auszubauen, wird er von den Herrschenden mittlerweile vor allem als „Schutz von Frauen“ vorgeschoben, um migrantisierte Personen zu drangsalieren, abzuschieben, zu entführen oder direkt zu ermorden.

So sehr wir uns auch wünschen würden, es wäre anders: Antifeministische Tendenzen und patriarchale Strukturen können wir nicht ausschließlich bei unseren politischen Gegnern verorten. Sie sind tief in unserer Sozialisation und unserer Gesellschaft verankert – und damit auch in den eigenen Reihen. Ob Mackergehabe, Grenzüberschreitungen oder Täterschutz: Wir haben genug davon. 

Unsere Wut teilen wir und unseren Widerstand organisieren wir gemeinsam: 
Denn diese gemeinsamen Kämpfe sind es, die uns Wärme geben. Deshalb geht mit uns am 8. März zum feministischen Kampftag auf die Straße: Gegen Patriarchat, Staat, Kapitalismus und Faschismus! Laut für eine Welt, in der wir verbunden sein können statt uns zu verpanzern, in der wir uns unterstützen statt uns zu untergraben und in der wir einen Ausweg aus der Auswegslosigkeit für alle aufbauen.  

Der Gewalt und Grausamkeiten in Syrien, im Iran, in Palästina, in Israel, im Sudan, in Afghanistan, in den USA und an so vielen anderen Orten wollen wir gemeinsam etwas entgegensetzen – wir solidarisieren uns und stehen Seite an Seite mit allen, die für eine freie und feministische Zukunft kämpfen!

Für alles andere werden wir uns nicht einspannen lassen – uns nicht in den Dienst von Vaterland und Staat stellen. Wird uns kälter, rücken wir näher zusammen. Vereint in unserer Wut, wärmt uns der Glaube an eine bessere Welt. Eine Welt, die frei ist von patriarchalen, nationalen und kapitalistischen Zwängen – eine solidarische Welt, in der alle die Freiheit haben, sie selbst zu sein, eine Welt, die wir alle gemeinsam gestalten können. Die Geschichte endet nicht hier, eine bessere Welt ist möglich. Holen wir sie uns! 

Am 8. März gemeinsam auf die Straße!

The world is burning but we feel cold. 
Masculinity is being strengthened again: embodied by authoritarian leaders, hardened soldiers, or cold high-performers. “We live in a new world of great powers,” Merz declared at the opening of his speech at this year’s WEF, while Germany is once again assessing men (and their bodies) for military fitness. Along with this militarization, there is a renewed appeal to the so-called traditional gender order: men produce and fight, women reproduce and care. This instrumentalization of reproductive bodies culminates in calls for biological “rearmament”, as when Macron openly urges people capable of giving birth to have children. These developments are justified by the supposedly unavoidable logic of war and the alleged “naturalness” of a patriarchal, nationalist capitalist order.

Not only women but especially queer people, whose existence cannot be confined to a binary worldview, are affected. The visibility of queer ways of life is threatened by the suppression of queer education, attacks on hard-won legal advances, and increasing levels of violence against queer people all over the world. This becomes especially visible through far-right attacks on Pride marches since 2024.

Anti-feminism and queerphobia are central ideological elements of the global right: the ideal is that of tough heterosexual men, to whom women are expected to submit and subordinate themselves as so-called “tradwives.” Feminist achievements such as relatively liberal abortion rights, the „Selbstbestimmungsgesetz“ (a law on legal gender self-determination, which – compared to previous regulations – at least simplifies legal gender recognition) and the idea of fairly distributed care work are being undermined and destabilized.

The backlash against feminist achievements unfolds in many places, from the US to Hungary to Germany, from religious networks to youth cultures, from the AfD to the CDU to the SPD. Another achievement that’s under attack – and that has been fought for by generations of feminists – is better protection against patriarchal violence, for example through autonomous women’s shelters, counseling centers, and legislation against sexualized violence. This protection remains profoundly insufficient because patriarchal power structures primarily protect perpetrators. This is evident from the fact that nearly one in two women experiences (psychological) violence in an (ex-)partnership during her lifetime. Migrants and the LGBTQIA+ community are disproportionally affected by violence with 90 percent of violent crimes going unreported. Instead of expanding protections against violence, those in power increasingly instrumentalize the rhetoric of “protecting women” to harass, deport, abduct, or even kill migrantized people.

As much as we would like it to be true, anti-feminist tendencies and patriarchal structures cannot be found exclusively among our political opponents. They are deeply rooted in our socialization and our society – and therefore also within our own ranks. Whether it is macho behavior, boundary violations, or protecting perpetrators: we’ve had enough. We share the same anger, and we organize our resistance together.

Because it is these shared struggles that give us warmth. Join us on March 8 for the Feminist Day of Struggle: against patriarchy, state power, capitalism, and fascism! Speak up for a world in which we can be connected instead of armored, in which we support each other instead of undermining each other, and in which we build an alternative to hopelessness for everyone.

Together, we seek to stand against the violence and atrocities in Syria, Iran, Palestine, Israel, Sudan, Afghanistan, the United States, and so many other places – we stand in solidarity, side by side with everyone fighting for a free and feminist future!

We refuse to be instrumentalized for anything else – we will not put ourselves in the service of any nation or state. When the world grows colder, we draw closer together. United in our anger, we are warmed by the belief in a better world. A world free from patriarchal, nationalist, and capitalist constraints – a world full of solidarity in which everyone has the freedom to be themselves, a world that we can all shape together. History does not end here. A better world is possible. Let’s claim it!

Protest gegen „Frauenlaufen“

Letzten Samstag hat eine krude Mischung aus Faschos und Verschwörungsgläubigen unter dem Label „Frauenlaufen“ versucht, feministische Themen rassistisch und antisemitisch zu übernehmen.

Trotz eines absurden Aufgebots der Staatsgewalt haben wir mit ein paar Handvoll Antifas den rassistischen Rentern nicht die Straße überlassen. Danke an Alle, die da waren!

Für mehr Hintergründe zu „Frauenlaufen“ checkt den ausführlichen Artikel auf Rhein Main Rechtsaussen und unsere Kanäle für spontane Ankündigungen!

Extreme Rechte im Rhein-Main-Gebiet

Der Vortrag nimmt die verschiedenen Spektren der extremen Rechten in den Blick, ordnet sie in aktuelle politische Entwicklungen ein und diskutiert ihre Bedeutung und Gefahr.

Am 25.02.2026 um 18:30 Uhr im Klapperfeld

Frankfurt am Main war auch im Jahr 2025 kein einfacher Ort für Neonazis und die extreme Rechte: Nach nur wenigen Monaten waren die rechten Demonstrationen, die unter dem Label „Gemeinsam für Deutschland“ monatlich durch Frankfurt liefen, schon wieder am Ende. Mehrere erfolgreiche Blockaden von Frankfurter Antifaschist*innen, interner Zwist und öffentlicher Gegenwind sorgten dafür, dass die zuletzt wenigen Aktiven einpackten. Damit reihte sich dieser Versuch, eine Bewegung aufzubauen, in die zahlreichen gescheiterten rechten Straßenkampagnen, die stets am breitem Gegenprotest scheiterten. Auch die AfD als bundesweit einflussreichste extrem rechte Kraft agiert in der Stadt meist defensiv und mit begrenzter öffentlicher Präsenz. Diese Situation ist ein Erfolg der jahrzehntelangen Praxis eines konfrontativen Antifaschismus, der von autonomen und subkulturellen Gruppen bis hin zur bürgerlichen Zivilgesellschaft reicht und große Teile der Frankfurter Stadtgesellschaft geprägt hat.

Also alles gut? Für ein Zurücklehnen scheint es leider keinen Anlass zu geben. In einer Zeit, in der autoritäre Bewegungen weltweit erstarken, demokratische Institutionen unter Druck geraten, progressive Politik repressiv verfolgt wird und rechte Parteien in vielen Ländern bereits Regierungsverantwortung tragen oder anstreben, bleibt Frankfurt zwar vom Schlimmsten verschont. Aber natürlich existiert auch im Rhein-Main-Gebiet eine extreme Rechte, die sich in den letzten Jahren – wie bundesweit – weiter ausdifferenziert und modernisiert hat. In einer politischen Landschaft, die von multiplen Krisen geprägt ist – vom Krieg in Europa über globale Fluchtbewegungen bis hin zu sozialen Verwerfungen infolge von Inflation, Wohnungsnot und Sozialabbau – finden rechte AkteurInnen neue Anknüpfungspunkte. Neben der parteiförmigen extremen Rechten, die sich heute vor allem in der AfD und ihrem Umfeld organisiert, sind auch verschwörungsideologische Milieus weiterhin präsent. Zwar haben sie im Vergleich zur Hochzeit der CoViD-19-Pandemie an Mobilisierungsstärke eingebüßt, doch können sie nach wie vor auf niedrigem Niveau konstant AnhängerInnen mobilisieren. ReichsbürgerInnen, SouveränistInnen und die rechte Esoterikszene agieren meist jenseits der öffentlichen Aufmerksamkeit – auch aus der antifaschistischen Szene. Klassische Neonazis organisieren sich hingegen in Kameradschaften oder Bruderschaften, wobei neue Jugendgruppen aus diesem Milieu 2025 für besondere Aufmerksamkeit sorgten. Weiterhin existiert auch im Rhein-Main-Gebiet das Milieu der Studentenverbindungen, in dem junge Männer autoritäre, nationalistische und antifeministische Weltbilder einüben. Die christliche Rechte möchte die körperliche Selbstbestimmung von Schwangeren einschränken, während die proprietaristische Rechte ihren Vorbildern Javier Milei und Elon Musk nacheifert und den Sozialstaat gern ersatzlos abgeschafft sähe.

Die extreme Rechte ist also facettenreich, und alle Facetten finden sich auch in unserer Region. Angesichts eines gesellschaftlichen Klimas, in dem Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus und autoritäre Lösungsversprechen wieder offener artikuliert werden, bleibt eine solidarische, demokratische Gesellschaft darauf angewiesen, diesen Ideologien der Ungleichwertigkeit entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört nicht nur politischer Widerstand, sondern auch Wissen über die AkteurInnen, Strategien und Erzählungen der extremen Rechten. Nur wer ihre Erscheinungsformen kennt, kann ihnen wirksam widersprechen. Der Vortrag nimmt daher die verschiedenen Spektren der extremen Rechten in den Blick, ordnet sie in aktuelle politische Entwicklungen ein und diskutiert ihre Bedeutung und Gefahr.

Auf die Straße gegen patriarchale Gewalt!

Demo: all gender
Front-Block: flinta* only

Gewalt gegen FLINTA*s ist alltäglich und normalisiert: Diskrimierung am Arbeitsplatz, in der Gesundheitsversorgung, bei der Jobsuche, in unseren Familien und auf der Straße, verbale und physische Übergriffe und Femizide und transfeindliche Morde.

Zudem erleben wir ein weltweites Erstarken rechter und damit antifeministischer Kräfte mit seinen politischen Konsequenzen: uns wird genommen, wofür Feminist*innen jahrhundertelang gekämpft haben!

Wir vereinen beide Tage in einer Demo, weil kapitalistische und patriarchale Zwänge Frauen und Queers aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position besonders stark einschränken. Wir sind zwar unterschiedlich betroffen, aber kämpfen für das Gleiche: für die Überwindung von Patriarchat und Kapitalismus.

Wir sind traurig und wir sind wütend und diese Wut wollen wir auf die Straße bringen. Wir bleiben laut, wir bleiben sichtbar, wir bleiben unbequem und wir bleiben kompromisslos. Wir kämpfen Seite an Seite für eine bessere Zukunft und unsere feministische Utopie.

WHOSE STREETS? OUR STREETS!